Zeugnisse und Gesellenbriefe für frischgebackene SHK-Fachkräfte
SHK-Innung Siegen-Wittgenstein gratuliert 17 Gesellen zur bestandenen Prüfung
Siegen. Insgesamt haben im Kreis Siegen-Wittgenstein 17 junge Männer die Gesellenprüfung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erfolgreich bestanden. Im Berufskolleg Technik in Siegen bekamen die frischgebackenen Fachkräfte nun in Kleingruppen unter Einhaltung der Corona-Schutzbestimmungen ihre Zeugnisse und Gesellenbriefe überreicht. Die obligatorische Freisprechungsfeier soll – wenn es die Situation dann erlaubt – im Herbst nachgeholt werden.
Sowohl Berufsschullehrer Frank Möller als auch Karl-Friedrich Bublitz, Obermeister der Fachinnung Sanitär – Heizung – Klima Siegen-Wittgenstein, beglückwünschten die jungen Gesellen zu diesem Meilenstein ihrer Karriere. Die Freude über die bestandenen Prüfungen in diesem herausfordernden Jahr stand den jungen Männern ins Gesicht geschrieben. „Mit dieser Gesellenprüfung sind die jungen Leute zu gefragten und gut bezahlten Fachkräften in der Branche Sanitär – Heizung – Klima aufgestiegen. Nach der bestandenen Prüfung können die Gesellen nun als Facharbeiter im Bereich der Montage oder im Kundendienst arbeiten, ein Studium im Bereich der Haustechnik beginnen oder sich zum Meister weiterbilden und sich dann früher oder später mit eigenem Betrieb selbstständig machen. Viele Möglichkeiten stehen ihnen nun offen“, erklärt der erfahrene Obermeister, der auch seinen beiden eigenen Auszubildenden zur bestandenen Prüfung gratulieren konnte.
Karriere im SHK-Handwerk – Ein Beruf mit Zukunft und sehr guter Gehaltsaussicht
Das Handwerk Sanitär – Heizung – Klima (SHK) befasst sich mit der kompletten Haustechnik und der Steuerung von haustechnischen Systemen wie zum Beispiel Heizungsanlagen, Lüftungsanlagen oder Sanitäranlagen. Die alltägliche Arbeit gestaltet sich sehr abwechslungsreich und reicht von der Planung über die Erstellung bis hin zur Wartung der haustechnischen Anlagen. Zudem steht man täglich im Kundenkontakt und lernt immer wieder neue Gegebenheiten kennen. Die Ausbildungszeit zum Anlagenmechaniker im SHK-Handwerk beträgt dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. „Besonders wichtig ist mir, zu betonen, dass die Löhne im Handwerk und speziell im SHK-Handwerk – entgegen dem oft gehörten Vorurteil – nicht niedrig sind. Ganz im Gegenteil, denn gute Fachleute sind heutzutage rar, werden dringend gesucht und müssen dementsprechend auch entlohnt werden“, stellt Karl-Friedrich Bublitz klar. Selbstverständlich werden auch im SHK-Handwerk moderne EDV-Techniken eingesetzt. Zum Beispiel für die Steuerung, Reglung und Überwachung der Haustechnischen Anlagen – auch wenn diese Technik den Menschen in diesem Bereich nicht ersetzen kann. Als Anlagenmechaniker im Bereich Sanitär – Heizung – Klima ist man in der Regel in kleineren Betrieben beschäftigt, in denen die persönliche Ansprache und die eigene Persönlichkeit geachtet wird.
Aus der Fachinnung Sanitär – Heizung – Klima Siegen-Wittgenstein haben die Gesellenprüfung bestanden:
Wintergesellenprüfung 2020/2021
Einsatzgebiet Heizungstechnik:
Louis Balz (Dieter Althaus, Erndtebrück)
Yannick Bernshausen (Peter Rothenpieler, Bad Laasphe)
Lucas Moritz Daub (Erwin Rübsamen GmbH, Siegen)
Dario Heinacher (Willi Gräf GmbH, Siegen)
Martin Immel (Pötz GmbH & Co. KG, Kreuztal)
Yannick Koch (Klein GmbH & Co. KG, Siegen)
Marc Kröller (Martin Kröller, Wilnsdorf)
Marvin Mischur (V.I.T.T. Gebäudetechnik GmbH, Burbach)
Kevin Röhrich (Klaus Meinhard GmbH, Siegen)
Deniz Sahin (Thomas Dörnbach, Netphen)
Joel Sassmannshausen (Frank Vorländer, Hilchenbach)
David Schaum (Matthias Peter, Siegen)
Marcel Seidel (Wolfgang Bäcker GmbH, Siegen)
Simeon Vladimir Stötzel (Thomas Erdmann, Siegen)
Einsatzgebiet Sanitärtechnik:
Florian Haeger (HEGNER SANI GmbH, Siegen)
Marvin Lewitz (Dickel GmbH, Hilchenbach)
Adrian Selimi (Erwin Rübsamen GmbH, Siegen)
Kreis Siegen-Wittgenstein/Kreis Olpe. Rund 60 Mitglieder waren der Einladung der beiden Obermeister Thomas Enders (Fachinnung Sanitär-Heizung-Klima u. Klempnertechnik Olpe) und Karl-Friedrich Bublitz (Fachinnung Sanitär-Heizung-Klima Siegen-Wittgenstein) zum 2. SHK-Treff in die Event-Scheune des Hotels Albus nach Olpe-Griesemert gefolgt. Thema des Abends war die Digitalisierung, die auch im Handwerk Einzug gehalten hat.
Als Referent konnte Dr. Walter Krupp von der Akademie Deutscher Genossenschaften ADG gewonnen werden. „Digitalisierung“ ist in aller Munde. Nicht nur im Handwerk beschäftigt viele Menschen der Wandel hin zu elektronisch gestützten Prozessen mittels neuer Informations- und Kommunikationstechnologie, vielmehr ist heute in vielen Handwerksunternehmen die Digitalität Voraussetzung für einen gut funktionierenden Betrieb. Trotzdem bleiben noch viele Möglichkeiten ungenutzt. Zeit also, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, um die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen und die Chancen optimal zu nutzen. Dr. Walter Krupp, Dozent bei der Akademie Deutscher Genossenschaften ADG und im Vorstand des Forschungsinstituts der ADG, beschäftigt sich bereits seit über 10 Jahren intensiv mit der digitalen Entwicklung und hatte für die Mitglieder der beiden SHK-Innungen einen interessanten Vortrag mit dem Titel „Digitalisierung: Herausforderung und Chance“ im Gepäck.
„Daten sind das neue Gold“
Gleich zu Beginn seines kurzweiligen Vortrags machte der Rheinländer deutlich, dass nicht die Technik die Zukunft bestimmt, sondern der Mensch die Zukunft gestalten muss. Dabei kann er die Chancen der Digitalisierung nutzen, ohne aber den persönlichen analogen Kontakt zueinander zu vernachlässigen. Nach Meinung des Experten seien die Betriebe grundsätzlich für die Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, bereit. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung sei aber, dass man sich mit dem Thema auseinandersetze und in machbaren Schritten handele. Der Fachmann übt jedoch auch Kritik: „In Deutschland müssen wir endlich den Schieberegler vom Datenschutz mehr in Richtung Datenschatz ziehen. Denn Daten sind das neue Gold.
Andere Länder haben das längst begriffen.“ Die Vorteile der Digitalität seien, dass Daten besonders schnell und einfach zu verarbeiten seien und auch leicht verbreitet werden könnten. Somit sei eine höhere Effizienz in der Arbeit möglich. „Plattformen und digitale Ökosysteme erobern die Welt. Sehen Sie sich an, welche Unternehmen die derzeit wertvollsten der Welt sind“, so Dr. Walter Krupp.
Netzwerk in Zukunft immer wichtiger
„Ein gutes Netzwerk wird in der Zukunft immer entscheidender sein. Daher ist das, was Sie in der Innung tun, genau das Richtige“, lobt Dr. Walter Krupp die Innungsbetriebe. Ziel solle sein, sich auszutauschen, um die Region digital nach vorne zu bringen. „Im Netzwerk kann man schauen, wer macht was und wo richtig gut. Davon kann man lernen“, empfiehlt der Experte. Dabei sei aber nicht nur die digitale Welt wichtig, sondern vor allem die beteiligten Menschen im Kontakt und die persönliche Kommunikation. Dr. Walter Krupp gab einen Einblick in die aktuellen Förderprogramme und hatte noch einen abschließenden Tipp parat: „Folgendes möchte ich Ihnen mit auf dem Weg geben: Beschäftigen Sie sich – trotz guter Auftragslage – mit dem Thema Digitalisierung. Finden Sie als Unternehmen Ihren eigenen Weg und bleiben Sie stets offen für Neues.“ Im Anschluss an den Vortrag von Dr. Walter Krupp gab es ein gemeinsames Abendessen sowie Freiraum für geselliges Miteinander und Fachgespräche.
Bildzeile: Die beiden Obermeister der SHK-Innungen der Kreise Siegen-Wittgenstein, Karl-Friedrich Bublitz (li.), und Olpe, Thomas Enders (2.v.li.), begrüßten den Referenten Dr. Walter Krupp (re.) und ihre Innungskollegen zum 2. SHK-Treff auf der Griesemert.